Zwei Fehler, eine Wurzel: Ein Besuch auf der eigenen Website
Die eigene Website kennt man auswendig — und genau deshalb sieht man sie irgendwann nicht mehr richtig. Heute haben wir sie bewusst mit Besucheraugen betrachtet, Seite für Seite. Es hat sich gelohnt: Zwei Schönheitsfehler kamen zum Vorschein, die uns nie aufgefallen waren.
Der Blick von außen
Der erste Fund: Auf der Anmeldeseite fehlte die Fußzeile. Kein Kontakt, keine Linkleisten, kein Copyright — die Seite endete einfach im Nichts. Dasselbe Bild auf der Abmeldeseite, der Registrierung und dem Besucherprofil. Auf allen anderen Seiten war die Fußzeile da, als wäre nichts.
Der zweite Fund: Die Immobilien-Kacheln auf der Startseite hatten unterschiedlich hohe Bilder — mal quer, mal fast quadratisch, die Reihe wirkte wie ein schiefes Regal. Kurios daran: Auf der Immobilien-Übersicht waren dieselben Kacheln makellos gleichmäßig.
Die Spurensuche
Zwei Fehler, die nichts miteinander zu tun haben? Eben doch. Unsere Websites sind aus Modulen gebaut: Die Fußzeile ist ein Modul, die Immobilien-Kacheln sind eines, das Menü, die Suche — alles Bausteine, die sich in feste Bereiche der Seite einhängen.
Die Anmeldeseite und ihre Geschwister sind allerdings Sonderseiten: Sie bauen ihren Rahmen selbst zusammen, statt ihn vom normalen Seitengerüst zu erben. Und beim Selbstbauen hatten sie schlicht vergessen, die Modulbereiche aufzurufen — die Fußzeile war die ganze Zeit da, sie wurde nur nie gefragt.
Bei den Kacheln lag es umgekehrt: Die Vorschrift, die alle Kachelbilder auf dasselbe Seitenverhältnis bringt, reiste im Gepäck des Suchformulars mit. Auf der Immobilien-Übersicht steht ein Suchformular — dort sah alles gut aus. Auf der Startseite steht keines — und schon fehlte den Kacheln ihre Vorschrift. Sie sahen nur deshalb je gut aus, weil zufällig der richtige Nachbar danebenstand.
Eine Regel statt zwei Flicken
Wir hätten beide Stellen einzeln flicken können. Stattdessen haben wir eine Regel eingeführt: Jedes Modul bringt sein Werkzeug selbst mit. Die Kacheln tragen ihre Bildvorschrift jetzt im eigenen Gepäck, egal auf welcher Seite sie stehen. Und die Sonderseiten rufen dieselben Modulbereiche auf wie jede andere Seite auch.
Damit dabei nichts doppelt eingebaut wird — zehn Kacheln müssen ihre Vorschrift ja nicht zehnmal anliefern — wacht ab sofort ein Pförtner über jede Seite: Was schon einmal eingebaut wurde, wird beim zweiten Mal freundlich abgewiesen. Wie an einer guten Werkzeugwand hängt jedes Werkzeug genau einmal an seinem Platz.
Die Bilanz
Morgens gefunden, mittags verstanden, abends behoben: Alle Prüfungen grün, null Befunde in der Code-Analyse, die Testabdeckung stabil. Die Fußzeile begrüßt jetzt auch anmeldende Besucher, und die Startseiten-Kacheln stehen in Reih und Glied.
Und noch eine Premiere am Rande: Die Bilder dieses Artikels stammen erstmals aus Adobe Firefly — hochgeladen in Originalgröße über genau die Schnittstelle, deren Entstehung wir im letzten Werkstattbericht beschrieben haben. Die Werkstatt schreibt ihre Berichte inzwischen selbst mit.